Ölkatastrophen: Öl und Gas in der Nordsee - EU plant Prüfung von Bohrungen
Das Öl-Leck im Golf von Mexiko konnte nach über zwei Monaten immer noch nicht verschlossen werden. Große Küstenteile Ägyptens sind durch einen Ölteppich verschmutzt. Nun gibt es Meldungen über ein Gas-Leck und einen Ölteppich in der Nordsee. Die Kette von Ölkatastrophe veranlasste nun die EU-Kommission dazu, eine Prüfung der Bohrungen in der Nordsee anzukündigen.

Ölkatastrophen mehren sich:
Nun auch Öl und Gas
in der Nordsee. EU plant
Prüfung von Bohrungen.
Laut Medienberichten treibt ein etwa sechs Quadratkilometer großer Ölteppich auf der Nordsee, der aus einem Leck an einer Ölbohrplattform der dänischen Fracht- und Ölgesellschaft A.P. Moller-Maersk, welche im Auftrag des staatlichen Unternehmens DONG Energy arbeitet, ausgetreten ist. Die im Vergleich zur Ölkatastrophe im Golf von Mexiko "geringe" Ölmenge von etwa 820 Barrel Rohöl (1 Barrel = 159 Liter) wird jedoch vermutlich nicht die Küste erreichen und das Leck an der Bohrinsel konnte bereits wieder geschlossen werden.
Weiterhin heißt es in unterschiedlichen Medienberichten, dass es zu einem weiteren Zwischenfall an einer Bohrplattform in der Nordsee gekommen ist. Der staatliche Ölkonzern Statoil meldete demnach, dass unter einer Bohrinsel vor der Küste Norwegens Erdgas austritt. Die Produktion wurde daraufhin gestoppt. Von der Produktionsunterbrechung sind drei Bohrinsel direkt betroffen. Auf zwei weiteren Plattformen musste die Produktion gedrosselt werden. Wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann ist noch unklar, da zunächst die Ursache für das Gas-Leck untersucht werden muss. Das "Troll"-Feld in dem sich das Gas-Leck befindet ist einer der wichtigsten Lieferanten für Europa.
Die EU-Kommission kündigte aufgrund der Vorfälle an, die Praxis der Bohrungen in der Nordsee überprüfen zu wollen und schließt dabei auch strengere Sicherheitsauflagen nicht aus. Zudem strebt das europäische Parlament einen EU-Entschädigungsfons an, aus dem bei einer Öl- oder Gaskatastrophe die Schäden beglichen werden sollen.
Bereits vor vierzehn Tagen meldete eine Umweltorganisation in Ägypten, dass aus einer Bohrplattform im roten Meer Öl austritt. Doch die ägyptische Regierung hat tagelang zu dem Unfall geschwiegen. In der vergangenen Woche bestätigte dann die Betreibergesellschaft in Suez, dass bereits 160 Kilometer Küste verschmutzt seien. Strände von Urlaubsregionen sind ebenfalls betroffen, was vermutlich die Ursache für die Zurückhaltung seitens der Regierung war.
Die Umweltbehörde der ägyptischen Regierung teilte mit, dass die Strände nicht übermäßig verschmutzt sind und innerhalb weniger Tage gereinigt werden könnten. Die vorgelagerten Inseln und Korallenriffe von Öl zu befreien könnte allerding deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen.
Auf der Ölbohrinsel "Deepwater Horizon" ereignete sich am 20. April eine Explosion, in Folge dessen die Plattform gesunken war. Seitdem strömen aus dem Bohrloch am Meeresgrund täglich ca. 60.000 Barrel Rohöl in den Golf von Mexiko. Experten gehen sogar von bis zu 100.000 Barrel täglich aus. Mittlerweile ist es BP gelungen zumindest einen Teil dieser gigantischen Menge abzusaugen. So meldete der Energiekonzern beispielsweise für den Dienstag der vergangenen Woche eine Auffangmenge von 25.830 Barrel.
BP hat mittlerweile internationale Helfer zur Bekämpfung der Ölpest angefordert. Nach Meinung vieler US-Bürger viel zu spät. Der Tropensturm "Alex" wurde in der Nacht zum Mittwoch zum Hurrikan hochgestuft und behindert nun die Auffang- und Aufräumarbeiten in der Region. Wellenbildung könnte dazu führen, dass das Rohöl ungehindert an die US-Küsten geschwappt wird.



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